Plattformregulierung

Wie Online-Plattformen reguliert werden und wie die Risiken, die sie für Nutzende und den öffentlichen Diskurs mit sich bringen, gemindert werden können: DSA, DMA, Marktmacht, Verbraucherschutz und das Schweizer KomPG.

Woran wir arbeiten

Plattformen sind nicht einfach nur Unternehmen, die zufällig online tätig sind. Sie legen die Regeln fest, nach denen andere Menschen handeln, kommunizieren und wahrgenommen werden, und sie setzen diese Regeln in einem Ausmass durch, mit dem kein Gericht mithalten könnte. Das europäische Recht hat darauf mit dem Digital Services Act reagiert, der regelt, wie Plattformen Inhalte moderieren und Rechenschaft über ihr Handeln ablegen müssen, sowie mit dem Digital Markets Act, der festlegt, was die grössten unter ihnen gegenüber gewerblichen Nutzenden tun dürfen und was nicht, und mit mehreren weiteren spezifischen Vorschriften. Die Schweiz erarbeitet mit dem KomPG eine eigene Plattformregulierung. Digitale Plattformen werden aber nicht nur in der Privatwirtschaft eingesetzt, sondern gewinnen auch in der öffentlichen Verwaltung an Einfluss.

Wir befassen uns mit der Ausgestaltung, der Umsetzung und den Auswirkungen dieser Massnahmen. Wie verändert der verfahrensrechtliche Ansatz des DSA Online-Praktiken und Geschäftsmodelle? Welche Aufgaben bleiben dem Wettbewerbsrecht, wenn Verhaltensregeln im Voraus festgelegt sind? Was geschieht mit dem «Brüssel-Effekt», wenn eine kleinere Rechtsordnung den Inhalt der EU-Vorschriften übernimmt, ohne über die entsprechenden Durchsetzungskapazitäten zu verfügen?

Policy Impact

Die Durchsetzung des DSA und des DMA sowie die ersten praktischen Erfahrungen damit; das Schweizer KomPG im Verlauf des Vernehmlassungsverfahrens; die Schnittstelle zwischen Plattformregulierung, Wettbewerbsrecht und Konsumentenschutz; sowie die Frage, was eine Rechtsordnung von der Grösse der Schweiz realistisch durchsetzen kann.

Aktuelle Projekte

  • Konvergenz von Plattformen und generativer KI (Miriam Buiten)

  • Umsetzung des DSA: Einbindung der Interessengruppen (Miriam Buiten)

  • Transatlantische Ansätze zur Plattform-Governance (Miriam Buiten)

  • Digitale Plattformen in der öffentlichen Verwaltung (Désirée Klinger)

  • Growing up Online (Isabelle Wildhaber mit Catalina Goanta)

  • Born to Buy (Isabelle Wildhaber)

Ausgewählte Publikationen

  • Bourreau, Krämer & Buiten, Interoperability in Digital Markets (CERRE Report, 2022)

  • Buiten, The Digital Services Act: From Intermediary Liability to Platform Regulation, Journal of Intellectual Property, Information Technology and E-Commerce Law (JIPITEC), Vol. 12(5): 361-380 (2021)

  • Buiten, Der Digital Services Act (DSA): Vertrautes Haftungsregime, neue Verpflichtungen, Zeitschrift für Europarecht (ZEuR): 102-119 (2021)

  • Buiten, Exploitative Abuses in Digital Markets: Between Competition Law and Data Protection Law, Journal of Antitrust Enforcement, Vol. 9(2): 270-288 (2021)

  • Buiten, de Streel & Peitz, Rethinking Liability Rules for Online Hosting Platforms, International Journal of Law and Information Technology, Vol. 28(2): 139-166 (2020)

  • Buiten, Regulating Data Giants: Between Competition Law and Data Protection Law, in: Mathis (ed.), New Developments in Competition Law and Economics (Springer, 2018), 265-294

  • Annabell, Fieseler, Goanta & Wildhaber (eds), The Hashtag Hustle: Law and Policy Perspectives on Working in the Influencer Economy (Edward Elgar, Law, Technology and Society series)

  • Goanta & Wildhaber, In the business of influence: contractual practices and social media content monetisation, SZW 91 (2019)

  • Goanta & Wildhaber, Controlling influencer content through contracts: a qualitative empirical study of the Swiss influencer market, in: The Regulation of Social Media (Edward Elgar, 2020)

  • Klingler, Amazon.Gov: Disintermediation in Public Procurement Through Digital Platforms – Benefits and Risks, IUS PUBLICUM, Vol. 2024(1): 1-41 (2024). 

  • Klingler, Bokemeyer, Della Rocca & Bezerra Nunes, Amazon’s Digital Theory of Harm (cited by the EU Impact Assessment of the Digital Markets Act) (2020). 

Personen

Miriam Buiten

Prof. Dr.

Ordentliche Professorin für Rechtswissenschaft in Kombination mit Wirtschaftswissenschaften

Mariana Valente

Prof. Dr.

Assistenzprofessorin für Internationales Wirtschaftsrecht

Jennifer Pullen

M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin & Doktorandin

Désirée Klingler

Prof. Dr.

Assistenzprofessorin für Verwaltungsrecht / Vizedirektorin

Isabelle Wildhaber

Prof. Dr.

Professorin für Privat- und Wirtschaftsrecht unter besonderer Berücksichtigung des Arbeitsrechts

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