Cyberkriminalität, Digitale Ermittlungen & Überwachung

Wie entwickelt sich die Kriminalität im digitalen Zeitalter, und wie gehen wir dagegen vor? Wie verändern sich Ermittlungsmethoden, Polizeiarbeit und Überwachungsmöglichkeiten, und welche rechtlichen Rahmenbedingungen sollten geschaffen werden?

Woran wir arbeiten

Technologie verändert Kriminalität und unseren Umgang mit ihr grundlegend. Diese Entwicklung geht mit zahlreichen rechtlichen Herausforderungen einher. Uns interessiert das gesamte Spektrum des Strafrechts, des Strafprozessrechts, des Polizeirechts und des Überwachungsrechts, wenn es darum geht, einen Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderungen zu leisten.

Unser Ausgangspunkt ist das Interesse an der Cyberkriminalität als Phänomen, sei es bei Hate Crime oder bei illegalen Online-Märkten. Neben dieser kriminologischen und sozialwissenschaftlichen Forschung untersuchen wir die strafrechtlichen Reaktionen auf derartige Phänomene. Dazu gehört beispielsweise die Auseinandersetzung mit neuen Straftatbeständen wie demjenigen des Identitätsdiebstahls oder der Rachepornografie.

Ebenso gehört dazu aber die Frage, inwieweit bestehendes Recht auf angepasste Formen kriminellen Verhaltens anwendbar ist. Die Digitalisierung bringt jedoch auch erhebliche Veränderungen für die Strafverfolgung mit sich. Es entstehen neue digitale Ermittlungsmethoden. Diese erfordern einen rechtlichen Rahmen. Wir untersuchen, was heute bereits möglich ist, und liefern Ideen dazu, was morgen möglich sein könnte. Dabei arbeiten wir an regulatorischen Rahmenbedingungen, z. B. für elektronische Beweismittel oder den Einsatz prädiktiver Algorithmen in der Polizeiarbeit. Schliesslich interessieren wir uns auch für das breite Feld der Überwachung, sowohl als gesellschaftliches Phänomen als auch als Rechtsgebiet.

Policy Impact

Änderungen des materiellen Strafrechts (z. B. Sexualdelikte), der Überwachungsgesetzgebung (BÜPF und VÜPF), der Strafprozessordnung oder der kantonalen Polizeigesetze; Mitdenken an der schweizerischen Umsetzung des EU-Gesetzespakets zu E-Evidence

Aktuelle Projekte

 

  • Regulierung elektronischer Beweismittel (SNF) (Monika Simmler, Janneke de Snaijer, Silvan Peter)

  • Illegale Transaktionen im digitalen Zeitalter: Neue Praktiken und regulatorische Vermittler in Lateinamerika (Mariana Valente)

  • Wechselwirkungen zwischen privater und staatlicher Überwachung («Überwachungsgesamtrechnung») (GFF) (Monika Simmler)

  • Strafrechtliche Verantwortlichkeit von Plattformen (Martina Signer)

  • Auftragsforschung zur Überprüfung des Schweizer Überwachungsrechts (Monika Simmler)

Ausgewählte Publikationen

  • Simmler Monika (Hrsg.): Smart Criminal Justice – Der Einsatz von Algorithmen in der Polizeiarbeit und Strafrechtspflege, Helbing Lichtenhahn Verlag, Basel 2021.

  • Simmler Monika, Strafrechtliche Verantwortung beim Zusammenwirken von Mensch und Maschine, Helbing Lichtenhahn/Nomos: Basel/Baden-Baden 2025 (zugl. Habil. St. Gallen 2025)

  • Simmler Monika: Gegenüberstellung des Schweizer Rechts und der E-Evidence-Gesetzgebung der EU – eine Auslegeordnung, forumpoenale 1/2025, S. 132 ff.

  • Simmler Monika & Canova Giulia: Facial recognition technology in law enforcement: Regulating data analysis of another kind, Computer Law & Security Review, Vol. 56, 2025; S. 1 ff. online first.

  • Simmler Monika & Canova Giulia: Rechtmässigkeit von Open Source-Ermittlungen durch Strafverfolgungsbehörden, Risiko & Recht 01/2024, S. 73 ff.

  • Simmler Monika, Brunner Simone, Canova Giulia & Schedler Kuno: Smart criminal justice: exploring the use of algorithms in the Swiss criminal justice system, Artificial Intelligence and Law, Vol. 31, 2023, S. 213 ff.

  • Valente Mariana: Online Misogyny in Brazil – Law, Internet Governance, and the Struggle for Gender Justice, Springer: Cham 2026.

  • Valente Mariana: Disrupting Digital Exploitation – Recommendations for Preventing and Responding to Technology-Facilitated Child Sexual Exploitation and Abuse, International Panel on the Information Environment (IPIE), Summary for Policymakers SFP2026, Zürich 2026.

Personen

Monika Simmler

Prof. Dr.

Assoziierte Professorin für Straf-, Strafprozessrecht und Kriminologie

Mariana Valente

Prof. Dr.

Assistenzprofessorin für Internationales Wirtschaftsrecht

Janneke de Snaijer

Post-Doc

Silvan Peter

M.A. HSG

Wissenschaftlicher Mitarbeiter & Doktorand

Martina Signer

Wissenschaftliche Mitarbeiterin & Doktorandin

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